Geschichte der Gemeinde Marpingen

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Marpingen und seine Nachbarorte Alsweiler, Berschweiler und Urexweiler bilden seit dem 01. Januar 1974 eine Einheitsgemeinde im Landkreis St. Wendel in einer landschaftlich reizvollen und historisch bedeutsamen Gegend des Saar-Nahe-Berg- und Hügellandes. Dieser Raum mit seinen beherrschenden Höhen und dem wichtigen Knotenpunkt im Wareswald, wo die alten Handelsstraßen Metz - Mainz und Trier -Straßburg sich kreuzten, war schon früh besiedelt. Davon zeugen zahlreiche vor- und frühgeschichtliche Funde, insbesondere die Hügelgräber vornehmer Kelten und Römer.

Die heutigen Orte der Einheitsgemeinde sind nicht als Fortsetzung der einstigen keltoromanischen Siedlungen anzusehen. Der Ursprung Marpingens geht auf eine fränkische Siedlung nach Abschluß der Völkerwanderung um das 5. Jahrhundert zurück. Der Ortsname leitet sich von dem Begründer Marbod oder Merbod ab. Die Weilerorte entstanden während der ersten mittelalterlichen Ausbauperiode im 7. bis 8. Jahrhundert. Erstmals erwähnt ist Marpingen in einer Urkunde aus dem 11. Jahrhundert als "Castellum Marpendinum" eines Ritters Emich. Ein Lehensverzeichnis von Verdun um 1200 führt Marpindingue als einen zur Schirmherrschaft des Grafen von Blieskastel zählenden Ort auf. Nach dem Aussterben dieses Grafengeschlechts fallen Alsweiler und Marpingen gegen Ende des 13. Jahrhunderts an das Herzogtum Lothringen. Ein Burglehen der Schaumburg, mit dem Schutz des Tholeyer Klosters und seiner Besitzungen betraut, hatte um 1350 Ritter Michael von Merpedingen inne. Um die gleiche Zeit lebte in Urexweiler ein Ritter Sybodo von Exwilre. Berschweiler und Urexweiler kamen im Mittelalter zur Grafenschaft Saarbrücken und in dieser wiederum zur Herrschaft Ottweiler. Die Banngrenze von Marpingen gegen Berschweiler und Urexweiler bildete zugleich die Landesgrenze zwischen dem lothringischen bzw. späten Pfalz-Zweibrückerischen Amt Schaumburg und Nassau-Saarbrücken. Auf dieser Grenze stehen heute noch die großen Grenzsteine aus dem 18. Jahrhundert mit den entsprechenden Wappen. Die weitere territoriale Zugehörigkeit der Ortsteile von Marpingen ist durch die französische Revolution entscheidend mitbestimmt worden. Bei der Besetzung durch die Revolutionstruppen verschwanden die früheren Landes- und Grundherren; mit ihnen fielen auch alle überkommenen feudalen Rechte ohne Entschädigung fort. Im Kreis St. Wendel ist Marpingen der einzige "ingen-Ort", der als Siedlung aus der fränkischen Landnahmezeit, im Gegensatz zu den zahlreichen "Weiler-Orten" aus der ersten mittelalterlichen Ausbauperiode, wohl unter die älteren Orte des Kreises einzustufen.

Nach den Befreiungskriegen kamen Alsweiler, Marpingen und Urexweiler 1816 zum neugeschaffenen Fürstentum Lichtenberg mit der Hauptstadt St. Wendel an den Herzog von Sachsen-Coburg-Saalfeld. Er trat 1834 sein Gebiet als Kreis St. Wendel an den König vonmaria11.jpg (13878 Byte)

Preußen ab. Berschweiler verblieb in dem zuvor geschaffenen Kreis Ottweiler. Kurz danach, am 3. Juli 1876, ereignete sich im Härtelwald (Marpingen) etwas einzigartiges: an diesem Tag soll hier die Muttergottes drei achtjährigen Mädchen erschienen sein. Ein Ereignis, das andernorts (Lourdes/Fatima) weit größere Beachtung erfuhr und noch heute Ströme von Pilgern nach sich zieht. Dennoch kommen Jahr für Jahr viel Gläubige und Pilger nach Marpingen in den Härtelwald, um in der dortigen Kapelle zu beten und die Gottesmutter Maria um Hilfe zu bitten. 1997 hat David Blackbourn, USA, ein weltweit vielbeachtetes Buch über diese Marienerscheinung mit dem Titel "Wenn Ihr sie wieder seht, fragt wer sie sei!" veröffentlicht.

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Aus ihrer wechselvollen Vergangenheit gingen Marpingen und seine unmittelbaren Nachbardörfer als eine Großgemeinde von jetzt über 12.000 Einwohnern mit eigenständiger Verwaltung hervor. Mit dem wachsenden Verkehr und der sozialen Differenzierung der Bevölkerung seit 1945 wurden aus den einstigen Bauerndörfern gepflegte Wohnorte für die vielen Berufspendler. 1983 feierte Marpingen sein 900-jähriges Bestehen im Rahmen mehrerer Großveranstaltungen. Zwischenzeitlich haben Handel und Gewerbe in die Gemeinde Marpingen Einzug gehalten. Marpingen wurde so zu einer attraktiven und modernen Wohngemeinde, die sich immer mehr zu einer leistungsstarken Einkaufsstätte entwickelt hat und weiter entwickelt.

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